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VEREIN FÜR UNGARNDEUTSCHE KINDER * EGYESÜLET A MAGYARORSZÁGI NÉMET GYERMEKEKÉRT


Seksard, den 5. Dezember

Hallo Kinder!

Einige von euch haben schon in den vorigen Aufgaben einige Fotos über Schweineschlachten gefertigt. So kam mir die Idee, dieses Thema als nächste Aufgaben zu geben.

Habt viel Spaß daran!

Jetzt werdet ihr ein kleines Auszug aus einem Werk von Josef Kanter bekommen. Fragen werde ich am Ende stellen!

Joseph Kanter: Sautanz in Sagetal (Auszug)

Es spielen mit: EIN SPRECHER
HANSI VETTER
RESI WESCHEN [VÉZCHEN]
MARI (IHRE TOCHTER)
SEPI GVATERMANN (SCHLACHTER)
ANNA GVATERIN
FRANZ (MARI'S FREUND)

SPRECHER: Bei Familie Huber ist das Schweineschlachten im Gange. Zum Mithelfen wurde der Sepi Gvatermann als Schlachter, die Gvaterin Anna und Mari's Freund, Franz, in Kürze ihr Verlobter, eingeladen.
(Zeit:ein Wintertag, frühmorgens)

I.Teil:

BÜHNENBILD: Hubert's Wohnzimmer
Rechts: Tür zur Küche
Links: Tür zum Schlafzimmer
Möbel: 1 Tisch (für 6-8 Personen)
6-8 Stühle
1 Blumengerüst (Topfblumen)
1 Radio und 1 Radiotisch
Kostüme:
DIE HAUSFRAU, RESI: in schwäbischer dunkler Hauskleidung, eine weiße Schürze, Hausschuhe oder gestrickte Patschker, ein Kopftuch.
DER HAUSHERR HANSI: schon viel getragene Samthosen, ein Winterhemd, getragene Jacke, Hauspatschker oder Hauspantoffeln, gestrickte Strümpfe.
(Später: Gummistiefel, blaue Brustschürze)
MARI, DIE TOCHTER: in schwäbischen Tracht (lichte Farbe), ein buntes Kopftuch (hintergebunden), Hausschuhe oder Pantoffeln, weiße Schürze, Strümpfe (weiß oder heller Farbe).
GVATERIN ANNA: schwäbische Tracht, ein gestreiftes Kopftuch, schwarze Pantoffeln, weiße Schürze, wollene, gestrickte Strümpfe (braun oder dunkelgrün).
GVATERMANNSEPI: Samthosen, Winterhemd, eine Arbeitsjacke, Gummistiefel, blaue oder grüne Brustschürze
FRANZ: Samthosen (in lichter Farbe), Winterhemd, eine Arbeitsjacke, Gummistiefel, blaue oder grüne Brustschürze

(Tante Resi sitzt beim Tisch und schält gekochte Kartoffeln. Im Schlafzimmer schlägt die Uhr 5.)
TANTE RESI: Ach es ist ja schon 5 Uhr, dann muß ich schnell meinen Alten aus den Federn Jagen!(Geht zur Tür und ruft) Hansi mach doch, du weiß doch , was heute alles zu tun ist!
HANSI VETTER (AUS DEM SCHLAFZIMMER): Ja, ich komm schon! Zieh' mich schon an!
RESI: Wenn wir doch diesen Tag hinter uns hätten!
HANSI: (kommt aus dem Schlafzimmer) Bin schon da, daß du endlich deine Ruhe hast! (setzt sich auf einen Stuhl)
RESI: Meine Ruhe hab ich erst heute abend, wenn alles fix und fertig ist.
HANSI: Eben drum, machst schon Alarm genug!
RESI: Daß du es auch weißt: dem Weinglas muß nicht immer auf den Boden geschaut werden und unter’m Tage bringe von dem leichten Wein, daß es uns nicht so geht wie unseren Nachbarsleuten! Voriges Jahr bis es zum Würste- und Salamemachen gekommen ist, da hat der Herr Nachbar uns der Schlachter so viel gehabt und sie sangen das Lied Heut geh'n mer nimi ham, heut’ geh’n mer nimi ham,bis der Kuckuck schreit! Der Kuckuck hat nicht geschriehen, aber die Nachbars Bärbel desto besser, weil die zwei Komplizen alle Würste versalzt haben.
HANSI: Aber resi! Heut machst du min schon frühzeitig eine Predigt. Ich weiß, daß ich und der Gvatermann Sepi uns mit dem Weinglas gut verstehen, aber bei uns war noch immer alles in Ordnung.
RESI: Das fehlt uns eben noch, daß bei uns auch so etwasvorkommt! Aber jetzt an die arbeit! Geh’ und mach Feuer unter’m Kessel, damit das Wasser kocht, bis den Schlachten kommt. Und zum Brühen muß auch alles hergeräumt werden.
HANSI: Kommandieren, das kannst du gut, das weiß ich schon von lange her. Aberes stimmt, was du gesagt hast, das ist ja meine Arbeit! (geht in die Küche)
RESI: Beim Weinkrug werde ich schon Taufe halten heute, aber jetzt schnell meine Tochter alarmieren, es ist höchste Zeit, daß sie mir hilft. (geht ab in’s Schlafzimmer)
HANSI: (kommt mit einem Liter Schnaps und mit kleinen Schnapsgläsern, stellt alles auf den Tisch) Auf meinen Alten ihre Predigt muß ich mir schon mal den Schreck aus dem Leib jagen. (füllt ein kleines glas und trinkt es aus, dann füllt er nach, schaut sichh erst um, ob niemand da ist) und jetzt darauf daß heute alles gut geht! (trinkt aus und geht zurück in die Küche)

(Resi und Mari kommen ins Wohnzimmer)
MARI: Aber Mutter, so früh jagst mich schon aus dem Bett heraus. Ich bin noch som üde! (gähnt dabei)
RESI: Mädel, du weißt ja, was heute alles zu tun ist. Geh'n wir in die Küche und richten das Frühstück her: Du machst den Glühwein und den Tee zurecht. Bis unsere schlachtenleute kommen muß alles fertig sein! (gehen in die Küche ab)
HANSI: (kommt herein und bringt Gummistiefel und eine Brustschürze, zieht sie an) Na, das hab’ ich geschafft. Das Wasser wir bald kochen und zum Schweineabstechen ist alles bereit. (geht zur Tür des Schlafzimmers, macht sie auf) Sapperlot, ist schon halb 7, mein Gvatermann, der Schlachter könnt schon hier sein! ( in der Küche wird es Laut, Sepi und Anna kommen an)
SEPI UND ANNA: Guten Morgen, Gvaterin!
RESI: Guten Morgen, kommt herein in's Wohnzimmer! (es treten alle drei ein)
ANNA: Guten Morgen, Gvatermann!
SEPI: Guten Morgen, Hausherr!
HANSI: Guten Morgen, Gvatersleut'! Ich habe eben die sturmlaterne gesucht, weil ich glaubte bei euch im unterdorf will es nicht Tag werden. Und was den Hausherrn anbetrifft: ich war heute morgen vor meiner Resi alles andere, nur kein Hausherr nicht.
RESI: Ach, Schon gut Alter...! (zu Anna und Sepi gewandt) Kommt, nehmt Platy und verkostet unsere heurigen Zwetschkenschnaps! (schenkt Anna, Sepi und sich ein, schaut Hansi ein Weilchen neckisch an, dann scheinkt sie auch ihm ein) Mein hansi hat ja schon mehrmals geschluckt heute morgen! (stößt mit allen dreien an) Prosit, daß die heutige Arbeit gut vorübergeht!
HANSI: Nur noch ein paar Minuten Geduld, wir warten nämlich noch auf den Franz. Mari steht sicher am Küchenfenster und schaut nach ihm hinaus.
RESI: Komm, Anna in die Küche! Wenn Frany da ist, soll gleich gefrühstückt werden! (geht ab)
HANSI: (schenkt Schnaps ein) Zum Wohl, mein Schlachtermeister! Kraft muß da sein, das Schwein hat so ungefähr zwei Zentner, da heißt es schon anfassen! (stoßen an und trinken aus)
SEPI: Jetzt war’s genug, sonst steche ich dem Schwein in den Hintern. Übrigens hast du schon gehört, der Schmidt Toni hat es mir erzählt: weiß nicht in welchem Dorfe an den Donau, ganz nahe am Fluß, war auch Schweineschlachterei. Das Schwein war abgestochen, dann sind die Mannsleute ins Haus gegangen, um einen Schnaps zu trinken. Als sie wieder hinauskamen, da war das Schwein auf und davon. Es war in die Donau getaumelt und der Fluß hat es mitgenommen.
HANSI: Was an einem solchen Tag nicht alles passieren kann! (in der Küche wird es laut, Franz kommt, grüßt in der Küche)
FRANZ: Guten Morgen!
MARI, RESI, ANNA: Guten Morgen, Franz!
HANSI: Endlich ist der Franz da! (inzwischen treten Franz und Mari ein)
FRANZ: Guten Morgen! Wie ich sehe, habe ich mich verspätet, alles wartet schon auf mich!
HANSI, SEPI: Guten Morgen!
HANSI: Hast dich noch nicht verspätet! Komm, setz’ dich und stärke dich mit einem Schuck Schnaps! Mari, schenk’ein! (Franz und Mari treten an den Tisch, Mari schenkt Franz ein)
SEPI: DWir zwei Alten trinken nicht mehr, sonst gelingt es nicht mit der Arbeit!
FRANZ: Prost! (trinkt sein Gläschen aus und stellt es wieder auf den Tisch) Der Schnaps schmeckt gut!
MARI: (faßt Franz an den Händen) Ich glaubte, Franz, daß es dir unwohl ist und daß du nicht kommen kannst. (Schauen sich zärtlich in die Augen)
SEPI: Daß ihr zwie auch fest in den Händen habt, ist ja klar. Aber Jugend, jetzt kommt die schwere Arbeit! Mari muß auch mit hinaus, um den Schweineschwanz zu halten! (schaut Mari neckisch an, inzwischen stehen Hansi und sepi auf) Dann geh'n wir an die Arbeit!
HANSI: Resi, alle herbei, der Sautanz geht an!

Vorhang fällt (Ende des ersten Teiles)

Meine Fragen Lauten dann folgenderweise:
1. Wer ist Josef Kanter?
2. Was ist ein Volksschauspiel? Wann und wo (bei welcher Gelegenheit) wurden sie aufgeführt, welche Ereignisse wurden am häufigsten zum Thema gewählt?
3. Sammelt Fotos über deutsche Voilkstrachten in den eurem Wohnort naheliegenden Dörfern, wo Ungarndeutschen leben!
4. Berichtet bitte über eure eigene Erlebnisse, oder erkundigt bitte euch bei Verwandten/Bekannten, wie ein Schweineschlachten verläuft!
5. Formuliert bitte die Bedeutung folgender Satze mit eigenen Worten um:
a. Ich muß schnell meinen Alten aus den Federn jagen.
b. Dem Weinglas muß nicht immer auf den Boden geschaut werden

Versucht bitte eure lösungen je kreativer gestalten!Danke!

Bei auftauchenden Fragen könnt ihr mich gerne aufsuchen. Postanschrift:

Ildikó Balázs Wittendorfer
7695 Mecseknádasd, Felszabadulás u. 20.
06 30 / 315 78 22
jahreswettbewerb@vukinder.hu

oder im Büro:
VUK-Büro
7100 Szekszárd, Szt. László u. 19. fsz/2
06 74 / 512 016 oder Fax: 06 74 / 512 074

Die Lösungen schickt bitte an die Adresse des BÜROs!!!!!!

Einsendetermin: 6. März

Die nächste Aufgabe bekommt ihr bis zum 10. Marz.

Wir wünschen euch viel Spass, angenehme und produktive Arbeit!

Mit herzlichen Grüssen:

euer VUK-Team


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